Texte übers Texten:
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Du kannst mir glauben!
Wie Texte Vertrauen aufbauen.
Wollen Sie mit Ihren Texten von sich überzeugen? Davon, dass Sie sich auskennen, sympathisch und glaubwürdig sind – und es sich auf jeden Fall lohnt, weiterzulesen?
Wie das gelingt, erfahren Sie hier.
Absicht · Zielgruppe · Lesbarkeit
Die Basis guter Texte
Warum lesen wir manche Texte bis zum Ende, während wir andere schon nach der ersten Zeile aufgeben? Das liegt nicht immer am Thema.
Was die Basis guter Texte ist, lesen Sie hier.
Der Workflow für klare Sprache: Komplexe Inhalte leicht lesbar ausdrücken.
Die psychologische Wirkung von Wörtern
Der rote Faden in einer Biografie
Auf den Subtext achten
Details mit Wirkung
Komplizierte Inhalte? So formulieren Sie flüssig und leicht.
Du kannst mir glauben!
Wie Texte Vertrauen aufbauen.
Anhand welcher Informationen urteilen Menschen beim Lesen über die Person, die geschrieben hat? Sie urteilen anhand des Inhalts, der Struktur, der Wörter, des Schreibstils... Meist unbewusst, dafür aber umso schneller.
Achten Sie beim Schreiben darauf, dass:
1. ... die Sprache verständlich ist
2. ... die Aussagen glaubhaft bleiben
3. ... die Inhalte konkret und möglichst detailliert beschrieben sind
4. ... Sie bei Ihrem Stil bleiben
5. ... es eine Struktur gibt
6. ... die Wörter powern
1. Die Sprache ist echt und verständlich
Warum ist das wichtig?
Zum einen, – weil sonst vermutlich niemand liest, was Sie schreiben: Wenn Menschen keinen triftigen Grund haben, sich durch unverständliche Texte zu arbeiten – werden sie es nicht tun. Sie suchen sich einfach andere Quellen, die schneller zu lesen und besser zu verstehen sind.
Zum anderen, – weil kompliziert dargestellte Inhalte oder eine unechte, aufgeblähte Sprache Distanz schaffen. Vermutlich das Gegenteil von dem, was Sie eigentlich wollen: nämlich Nähe und Vertrauen.
Der folgende Satz stand (wirklich!) so auf der Webseite einer Supervisorin und ist ein gutes Beispiel, wie es nicht geht:
„Die psychologische Reflexion des professionellen Verhaltens in helfenden und pädagogischen Berufen, kann mit Hilfe einer Supervisorin, einzeln oder im Team, angegangen werden."
Und? Würden Sie buchen? Könnten Sie ruhig. Ich kenne die Kollegin persönlich und würde sie jederzeit empfehlen. Nicht als Texterin aber als Supervisorin. Den Satz habe ich von ihrer Webseite und er enthält alles, was Sie besser vermeiden: Verschachtelter Satzbau, aufgebauschte Sprache und die eigentliche Aussage bleibt hinter unnötigen Informationen verborgen.
Vertrauen braucht Offenheit. Drücken Sie sich klar aus. Machen Sie es den Lesenden leicht, die Inhalte zu verstehen. So werden Sie als offen und dadurch als glaubwürdig wahrgenommen.
Verstecken Sie sich nicht hinter Fremdwörtern und Schachtelsätzen. Zeigen Sie sich und schreiben Sie authentisch. Das macht Sie gleich viel sympathischer!
Mein Tipp:
Machen Sie sich vor dem Schreiben ein paar Gedanken über Ihre Kernaussage. Was konkret wollen Sie sagen? In einem Satz! Und mit welchen Worten würden Sie das einer fachfremden Freundin erklären? Et voilà:
„In einer Supervision können Menschen ihr berufliches Handeln reflektieren – einzeln oder im Team.“
2. Die Aussagen bleiben glaubhaft
Alles andere schadet über kurz oder lang!
Sicher kann es kurzfristige Vorteile haben, etwas Positives zu übertreiben oder Negatives ganz wegzulassen. Gehen Sie aber davon aus, dass es irgendwann auffällt.
Vertrauen verschwindet so schnell, wie es gekommen ist – und dann dauerhaft.
Also trauen Sie sich! Informieren Sie über mögliche Zusatzkosten Ihres Angebotes, über Probleme oder Schwachstellen Ihrer Theorie und über noch nicht geklärte Fragen. Zeigen Sie sich selbstbewusst. Sie haben ja immer noch viel zu bieten!
Superlative werden nur selten geglaubt.
Wenn Sie die beste Therapie, die einzige Lösung oder den schnellsten Weg zum Glück versprechen, locken Sie naive Menschen an. Und wenn das Ihre Zielgruppe ist – wunderbar! Wenn nicht, bleiben Sie realistisch. Viele Menschen wählen nicht das lauteste, sondern das ehrlichste Angebot.
Taten sprechen mehr als Worte – auch im Text.
Menschen glauben nicht alles, was ihnen erzählt wird. Wenn Ihre Biografie spannender ist als alle anderen oder Ihr therapeutischer Ansatz besonders erfolgsversprechend – behaupten Sie das nicht einfach. Zeigen Sie es! Erzählen Sie von realen Erfolgen und überzeugen Sie mit Kundenstimmen, nachvollziehbaren Argumenten oder Arbeitsproben.
3. Die Inhalte sind konkret & detailliert beschrieben
Warum ist das wichtig?
Wir Menschen sehen Details als Zeichen dafür, dass jemand die Wahrheit sagt. Unspezifische Formulierungen, die alles oder nichts bedeuten können, machen uns misstrauisch.
Bleiben Sie deshalb eindeutig. Schreiben Sie auch über Details. So werden Textinhalte nachvollziehbar und (theoretisch) überprüfbar:
Detailreichtum erhöht die Glaubwürdigkeit.
Die Kognitionspsychologie weiß das schon lange: Um etwas präzise und detailliert zu beschreiben, muss man es verstanden haben!
Allgemeine, vage Formulierungen wie: „Ich stehe Führungskräften zur Seite, um neue Wege zu gestalten.“ lassen viel Spielraum für Interpretationen und können alles Mögliche bedeuten. Sie geben keine Orientierung und damit keine Sicherheit. Konkret und detailliert könnte der Satz so lauten:
„Ich unterstütze Führungskräfte, ihre Kommunikations- und Konfliktkompetenzen zu verbessern, damit sie betriebliche Veränderungen zielorientierter begleiten."
Extratipp:
Nehmen Sie die Lesenden mit. Begründen und erklären Sie Ihre Aussagen, bereichern Sie sie mit Beispielen. So können die Lesenden Ihre Gedankengänge mitverfolgen. Das fühlt sich ehrlich an und verbindet – fast, als würde man gemeinsam denken. Die Mail einer Führungskraft an ihr Team ist ein gutes Beispiel. Statt der reinen Informationen „Ab 01.08. treffen wir uns regelmäßig zu einem 5-minütigen Austausch", hat sie geschrieben:
„Ich glaube, dass Momente des persönlichen Austausches Spannungen reduzieren können. So hat letzten Monat ein fünfminütiger Check-in in unserem Team dazu geführt, dass zwei Missverständnisse sofort geklärt wurden. Das hat mich überzeugt und inspiriert, diese regelhaft zu implementieren."
4. Sie bleiben bei Ihrem Stil
Wenn Sie langfristig überzeugen wollen – bleiben Sie konsistent in Sprachstil und Tonfall. Das heißt nicht, dass Sie immer das Gleiche schreiben sollen – es geht darum, eine bestimmte Art zu schreiben beizubehalten:
Sie möchten als kreativ wahrgenommen werden? Dann zeigen Sie Ihren originellen Schreibstil auch in Ihren Mails. Sie möchten als Experte oder Expertin gesehen werden? Dann schreiben Sie auch im Newsletter seriös.
Ein konsistenter Schreibstil sorgt für Vorhersehbarkeit und Verstehbarkeit – beides entscheidende Faktoren für das Erleben von Vertrauen.
5. Struktur überzeugt
Überschriften und Zwischenüberschriften, thematisch gegliederte Abschnitte, Absätze, die bei einem Gedanken bleiben, ... Ein klar strukturierter Text reicht dem Lesenden die Hand und führt ihn durch den Text. Deshalb sind Texte mit sinnvoller Struktur leichter zu verstehen.
Gleichzeitig erwecken Sie Vertrauen, da die Inhalte geordnet sind und uns einen Überblick geben. Und wir alle wissen, dass Menschen sich sicherer fühlen, wenn sie den Überblick haben.
Noch etwas kommt bei der Struktur hinzu: Sie ist nach außen hin sichtbar und damit das Erste, was die Lesenden wahrnehmen! Damit sagen Sie etwas. Im besten Fall: „Ich habe mir Mühe gemacht, damit du es beim Lesen leichter hast"
6. Wörter, die powern
Manche Wörter sind besonders geeignet, Emotionen auszulösen. Sogenannte Powerwörter! Vielleicht streuen Sie hier und da eines in Ihren Text ein?
Hier ein paar Powerwörter, die Sicherheit vermitteln:
Bewährt. Geprüft. Sicher. Garantie. Verlässlich. Ausgezeichnet. Professionell. Zuverlässig. Klar. Erprobt. Wertvoll. Exklusiv, Kostbar. Getestet. Transparent. Offen. Garantiert. Partner.
Wichtig ist die richtige Dosierung:
„Wir texten mit Qualität!" vermittelt Sicherheit. "Die Qualität unseres wertvollen Textes ist bewährt zuverlässig." macht eher misstrauisch.
Checkliste
- Schreiben Sie klar und verständlich – vermeiden Sie komplizierte oder verschachtelte Sätze.
- Vermeiden Sie Übertreibungen, Superlative und leere Versprechungen.
- Bleiben Sie ehrlich und transparent.
- Zeigen Sie Kompetenz, ohne zu prahlen – nutzen Sie z. B. Kundenstimmen oder reale Erfolgsgeschichten.
- Schreiben Sie konkret, nachvollziehbar und detailreich.
- Bleiben Sie im Stil und Tonfall Ihrer Texte konsistent.
- Strukturieren Sie Ihre Texte, damit Lesende sich orientieren können.
- Setzen Sie gezielt und dosiert Powerwörter ein, die Vertrauen und Sicherheit vermitteln.
Die Verlässlichkeit der obigen, exklusiven Inhalte ist wissenschaftlich geprüft und garantiert sicher bewiesen ;-):
- Kruger, J., & Dunning, D. (1999).
Unskilled and unaware of it: How difficulties in recognizing one's own incompetence lead to inflated self-assessments. - Studie von Alter & Oppenheimer (2009). Ergebnis: Wörter, die leicht zu lesen und zu verstehen sind, wirken glaubwürdiger.
- Studie: Hansen & Wänke (2010). Ergebnis: Konkrete, bildhafte Sprache („Wir haben 350 Teilnehmende erfolgreich trainiert“) wird eher geglaubt als abstrakte Aussagen („Wir haben viele Menschen unterstützt“).
- Studie: Cialdini (2006), Influence: The Psychology of Persuasion. Ergebnis: Menschen vertrauen eher, wenn sie das Gefühl haben, dass der andere etwas offenlegt oder zurückgibt. Bedeutung: Wörter wie „offen“, „transparent“, „ehrlich“ und konkrete Offenbarungen („So setzen sich unsere Preise zusammen…“) sind vertrauensfördernd.
Absicht · Zielgruppe · Lesbarkeit
Die Basis guter Texte
Schlechte Texte sind wie langweilige Schilder vor großartigen Geschäften. Egal, wie hochwertig die Angebote in dem Geschäft sind – Die Menschen gehen nicht rein – weil sie das nicht erkennen.
Von guten Texten fühlt man sich angesprochen. Sie werden gerne gelesen und bewirken etwas. Hier lernen Sie 3 Basics guter Texte kennen: Die Absicht, die Zielgruppe und die Lesbarkeit.
1. Absicht
Gute Texte bewirken etwas
Sie wollen mit dem, was Sie schreiben, etwas bewirken, oder? Sie wollen begeistern, Interesse wecken, informieren, Kunden gewinnen, als Expertin angesehen werden, ...
Passen Sie Ihren Schreibstil an.
Oft machen wir es intuitiv: Wenn wir eine gute Note für die Hausarbeit möchten, schreiben wir klar und argumentieren stringent. Wenn wir eine Trauergruppe ankündigen, formulieren wir vermutlich weicher. Und um einen Workshop zu bewerben, versuchen wir motivierend und lebendig zu klingen.
Am besten fragen Sie sich schon vor dem Schreiben, was Sie mit Ihrem Text erreichen wollen – und welcher Schreibstil dazu passt.
Halten Sie sich nicht an jede Schreibregel.
Das Internet ist voll mit Tipps für gute Texte und besseres Schreiben:
Vermeiden Sie Fremdwörter, formulieren Sie kurz und knackig, streichen Sie alle Füllwörter und noch viele mehr. Das meiste ist sehr hilfreich, passt aber nicht immer.
Wenn Sie zum Beispiel einen wissenschaftlichen Artikel veröffentlichen - können Sie natürlich Fach- und Fremdwörter benutzen. Wahrscheinlich nutzt Ihnen das mehr, als es schadet.
Wenn Sie ein tiefes Verständnis für etwas schaffen möchten oder Sie eine Methode philosophisch betrachten, - verzichten Sie auf kurz & knackig. Schreiben Sie länger und ausführlicher.
Selbst die unerwünschten Füllwörter können Ihnen helfen. Füllwörter lassen Sätze natürlicher klingen, wie gesprochen. Das funktioniert richtig gut! Und sie lassen Aussagen milder oder weicher klingen.
"Ich sag Ihnen mal, warum", klingt natürlicher als "Ich sag Ihnen warum". "Rufen Sie einfach an", klingt einladender als "Rufen Sie an". "Sie dürfen ruhig auch zweifeln", klingt milder als "Sie dürfen zweifeln"
2. Zielgruppe
Was Sie schreiben, muss nicht Ihnen gefallen, sondern Ihrer Zielgruppe.
Ein guter Text ist immer nur für eine bestimmte Gruppe von Menschen ein guter Text. Wenn Sie also eine bestimmte Zielgruppe haben, sollte Sie diese kennen und Ihren Schreibstil darauf ausrichten:
Klar, empathisch, formell oder kreativ? Unterschiedliche Menschen erreichen Sie mit unterschiedlichen Tönen.
Wen genau, wollen Sie erreichen?
Nehmen Sie sich ruhig etwas Zeit für die Fragen nach Ihrer Zielgruppe: Gen Z oder Boomer? CEO oder Skilehrer? Du oder Sie? Und wie viel Vorwissen zum Thema ist vorhanden? Reicht es, sich auf Kernaussagen zu fokussieren - oder braucht es tiefergehende Erklärungen?
Je mehr Merkmale Ihrer Zielgruppe Sie kennen, desto besser können Sie darauf eingehen, desto lieber werden Ihre Texte gelesen.
3. Lesbarkeit
Gute Texte werden gerne gelesen
Egal, wie wichtig die Inhalte sind - wenn es niemand liest, war die Arbeit umsonst.
„Einer muss sich quälen – entweder der Autor oder der Leser“. Der Schreibprofi Wolf Schneider hat es perfekt formuliert. Die wenigsten Menschen haben Lust, einen Satz 3-mal zu lesen um ihn zu verstehen.
Verständlich und flüssig zu formulieren ist je nach Thema durchaus herausfordernd. Je komplexer der Inhalt, desto größer die Gefahr, lange und unverständliche Schachtelsätze zu produzieren. Da braucht es oft viele Anläufe, bis eine Formulierung trifft! Aber machen Sie sich die Mühe. Es zahlt sich aus.
Mein Tipp: Wenn Sie schreiben, sind Sie Ihrem Text sehr nahe und wissen, was Sie sagen wollen. Das Ihre Sätze eventuell schwer zu lesen oder zu verstehen sind – fällt dann vielleicht gar nicht auf. Suchen Sie sich daher Testleser im Bekanntenkreis und bitten Sie um ein ehrliches Feedback: „Hast du das Kapitel gerne gelesen und gut verstanden? Wo hast du noch Fragezeichen?"
Interessieren die Inhalte?
Das klingt trivial - aber haben Sie wirklich etwas, für Ihre Zielgruppe interessantes, mitzuteilen? Oder schreiben Sie den Newsletter, weil alle einen schreiben? Interessiert es Ihre potentiellen Klienten und Klientinnen, dass Sie am Wochenende Baseball gespielt haben? Dann schreiben Sie darüber. Sonst nicht.